Generation Corona? 

Berufseinstieg in Krisen-Zeiten

Die Corona-Krise ist mittlerweile schon seit einem Jahr fester Bestandteil unseres täglichen Lebens. Ein Jubiläum, bei dem uns nicht nach Feiern zumute ist, mal abgesehen davon, dass das aktuell sowieso nicht möglich wäre. Die Pandemie durchdringt alle Bereiche unseres Lebens und macht sich somit auch in der Arbeitswelt deutlich bemerkbar. Im beruflichen Haifisch-Becken zwischen Kurzarbeit, Einlasstops und Stellenknappheit tummeln sich auch viele junge AbsolventInnen und BerufseinsteigerInnen – Die stehen jetzt vor einigen Herausforderungen. Kann man da von einer Generation Corona sprechen?  

Das Herunterfahren ganzer Branchen, eine sinkende Nachfrage und Pleitewellen lassen bereits vermuten, dass mit langfristigen Folgen für die Wirtschaft zu rechnen ist. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit geht mittelfristig von einem Einbruch des BIPs und einem verminderten Bedarf an Arbeitskräften aus. Daher wird die Zahl der Erwerbstätigen in den nächsten Jahren voraussichtlich zurückgehen. [1]

Die prognostizierten Entwicklungen machen sich bereits bemerkbar und im Internet wimmelt es von Beiträgen und Annahmen zu den beruflichen Auswirkungen der Corona-Krise. Ein starker Rückgang der Stellenausschreibungen um bis zu 20% war besonders im Frühjahr zu verzeichnen[2] und nach der Erhol-Phase über die Sommermonate ging mit dem zweiten Lockdown wieder ein Einbruch der Jobangebote einher[3]. Wer in der Krise arbeitssuchend ist, wird aufgrund dieser Entwicklung wahrscheinlich ein paar Abstriche machen. Karrieresprünge müssen gegebenenfalls erstmal warten. Und so heißt es aktuell auch für gut qualifizierte Absolventen bei der Jobsuche: Durchhalten und am Ball bleiben!  

Quelle: IAB-Forum https://www.iab-forum.de/wie-die-corona-krise-die-suchprozesse-am-arbeitsmarkt-beeinflusst/

Daniel Hornberger, einer unser Young Professionals hat erst vor kurzem genau diese Erfahrungen selbst machen müssen und hatte in unserem letzten Meet-Up ein paar nützliche Tipps für Berufseinsteiger mit dabei. Mehr Infos zum letzten Meet-Up gibt’s hier.

Sind die jungen Generationen also quasi die Verlierer dieser Krise? Ganz und gar nicht!

Denn Generation Corona könnte in der Zukunft von neuen Perspektiven was die Arbeitsverhältnisse angeht, profitierenDie Suchanfragen nach Stellen mit der Möglichkeit zur Heimarbeit steigen[4] und Unternehmen richten sich seit der Krise zunehmend zukunftssicher und digitaler aus.

Quelle: bitkom https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Mehr-als-10-Millionen-arbeiten-ausschliesslich-im-Homeoffice

Der Trend zum Home-Office könnte uns also auch noch nach der Krise erhalten bleiben und sich weiterentwickeln. Das Voranschreiten der Digitalisierung bedeutet aber nicht nur eine Veränderung in der Art und Weise wie in Unternehmen gearbeitet wird, sondern begünstigt auch einen StrukturwandelWenn von Digitalisierung die Rede ist fällt uns zwar auf, dass das nicht erst seit gestern ein wichtiges Thema ist aber die Pandemie hat dem Ganzen nochmal einen ordentlichen Schub nach vorne verschafft. Dem Umschwung und den Herausforderungen können in Zukunft neue Arbeitsbereiche und zukunftsfähige Innovationen gegenüberstehen und wer weiß welche Türen der Generation Corona dann offen stehen werden.  

 

[1] IAB – Forschungsbericht: Langfristige Folgen der Covid-19-Pandemie für
Wirtschaft, Branchen und Berufe. 2.2021. Langfristige Folgen der Covid-19-Pandemie für Wirtschaft, Branchen und Berufe (iab.de).

[2] IAB – Forum: Wie die Corona-Krise die Suchprozesse am Arbeitsmarkt beeinflusst. https://www.iab-forum.de/wie-die-corona-krise-die-suchprozesse-am-arbeitsmarkt-beeinflusst/.

[3] Presseportal: BAP Job-Navigator 01/2021. https://www.presseportal.de/pm/104864/4817723.

[4] Onlinemarketing.de Job-Suche in Zeiten von Corona: Nachfrage und Angebot zum Home Office steigen an. https://onlinemarketing.de/karriere/new-work/job-suche-corona-nachfrage-und-angebot-home-office.